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Alle Maße des Raumes sind
ausgewogen. Das Licht, das durch die Rosetten der Maßwerkfenster fällt, enthüllt und verhüllt zugleich. Jedes Detail in diesem Raum ist ein Symbol; es weist hin auf religiöse Hintergründe
und auf Jesus Christus. So transparent auf Gott hin hat sich die mittelalterliche Kunst verstanden.
Weiter geht es auf den Altar hin in der Vierung zu. Dieser Altar im Schnittpunkt
der Längs- und Querachse des Domes steht über einem ehemaligen Brunnen, der weit mehr als 1000 Jahre alt ist. Ganz im Hintergrund sind die Fenster im Hochchor mit den drei zentralen
Geheimnissen der Erlösung (Geburt Christi, Auferstehung und Sendung des Heiligen Geistes) zu sehen. Der Dom findet im Osten seinen Abschluss in der Apsis; diese fünfseitige
Ausführung eines Oktogons steht im Zusammenhang mit dem 8. Tag, dem Tag der Wiederkunft des Herrn.
Der Altar erinnert an den schweren Stein im Alten Testament, auf dem Abraham,
Moses, Salomon und alle Führer des Volkes Israel ihre Opfer Gott dargebracht haben. Immer war dieser Ort den Menschen heilig. Über dem Altar hängt das bekannte [Mindener Kreuz] (eine Kopie); es ist das kostbarste Kunstwerk des Domes (1070). Dieses Kreuz, dessen Original sich in der [Domschatzkammer] im benachbarten Haus am Dom befindet, gilt nicht nur als Brücke zwischen Himmel und Erde; der Gekreuzigte wird dargestellt zwischen Tod und Auferstehung - ohne Seitenwunde und Dornenkrone. Er schaut auf den Besucher herab.
Hinter dem Altar steht seit Juni 2002 die Replik der so genannten [“Goldenen Tafel”], deren
Original im Bode-Museum Berlin steht.
Die in der heiligen Messe verwandelten Opfergaben, die bei der Kommunion übrig geblieben sind, werden im Tabernakel, der sich am linken
vorderen Vierungspfeiler befindet, aufbewahrt. Der Künstler hat ihn beim Wiederaufbau aus Trümmerresten zusammengebaut. Weil Christus in der Gestalt des Brotes im Tabernakel, im Zelt
Gottes gegenwärtig ist, verehren die katholischen Christen ihn an dieser Stelle mit einer Kniebeuge.
Die katholische Kirche hat immer an der Verehrung der Heiligen festgehalten;
für sie sind diese von Gott begnadeten Menschen wichtige Fürsprecher an seinem Thron. Bei Ihrem Rundgang durch den Dom werden die Besucher einigen Heiligen begegnen.
Von besonderer
künstlerischer Bedeutung ist das Fresko am rechten vorderen Vierungspfeiler (1290). Die Franziskus-Darstellung in der unteren Reihe rechts ist die älteste nördlich der Alpen. Der
heilige Franziskus ist 1226 in Assisi gestorben. Aus spätromanischer Zeit stammt im südlichen Querhaus über dem Ausgang zum Kreuzgang der Apostelfries, der früher den Lettner
zwischen den beiden Vierungspfeilern abgeschlossen hat (1260). Da von hier aus das Wort Gottes verkündet wurde, tragen alle dargestellten Apostel eine Bibel in ihren Händen.
Dieser
Text ist an eine Ausarbeitung von Dompropst i. R. Paul Jakobi angelehnt.
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