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Trauung Heinrichs des Löwen im Mindener Dom (1168)
Heinrich der Löwe (etwa 1129-1195)
, Herzog von Sachsen und Bayern, war der zeitweise gefährlichste Gegner Kaiser Friedrichs I. Barbarossa. Er wollte Sachsen zu einem Territorialstaat ausbauen und sicherte seine Herrschaft durch
Expansion nach Osten, Sicherung des Handels und Stadtgründungen ab.
Der politische Stellenwert des Sachsenherzogs zeigt sich auch in der Eheschließung mit Mathilda von England (1156-1189). Ihr
Vater war der wohl mächtigste europäische Herrscher jener Zeit: Heinrich II. regierte nicht nur in England, sondern auch in West- und Südfrankreich.
Für die Mindener Stadtgeschichte war die
„Fürstenhochzeit" von geringer Konsequenz, zumal dies der einzige Besuch des Sachsenherzogs in der Weserstadt blieb. Selbst die Feierlichkeiten fanden auf Burg Dankwarderode in Braunschweig
statt. Dass die Trauung in Minden stattfand, verdeutlicht immerhin die Bedeutung der Stadt als Bischofsresidenz.
Grotemeyers Zeremonienbild schwelgt geradezu in historischen Details. Doch
trotz der historistischen Szenerie überträgt der Maler das mittelalterliche Paar in die Vorstellungen seiner Zeit: So wird der Bildinhalt für den zeitgenössischen Betrachter sofort lesbar.
Das
Gemälde wirkt wie ein Schnappschuss aus der illustrierten Presse. Insbesondere die zwölfjährige, dunkelhaarige Königstochter dürfte sich deutlich von Grotemeyers eleganter Frauengestalt unterschieden
haben und gemäß der mittelalterlichen Mode nicht in Weiß gekleidet gewesen sein.
[Kaiser Karl IV. in Minden (1377)]
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